LinzerSingakademie

Gegründet im Jahr 1845
  • geschichte

Anton Bruckner tauschte 1855 im Alter von 31 Jahren das Amt eines Stiftsorganisten  von St. Florian  mit dem des Domorganisten von Linz, übersiedelte in eine kleine Wohnung im sogenannten Mesnerhaus, Pfarrplatz 2 und wirkte vom Jahre 1856 bis 1868 in verschiedenen Funktionen im „Frohsinn“.

Er trat dem Verein im Jahr 1856  als ordentliches Mitglied  bei und wurde dem zweiten Tenor zugeteilt. Im gleichen Jahr wählte ihn die Vollversammlung zum zweiten Archivar, so dass er Einblick in das vorhandene, vielfältige Notenmaterial nehmen konnte. 1868 sah er sich gezwungen den Vorstand zu ersuchen, ihn wegen chronischer Heiserkeit und zunehmendem Hustenreiz unter die Zahl der unterstützenden Mitglieder aufzunehmen. Am 7.11.1860 wurde er von der Vollversammlung zum ersten Chormeister gewählt. Im Frühherbst 1861 gab er das Amt „wegen zu arger Beleidigungen“ - unbekannt von welcher Seite - auf. Am 15.1.1868 wurde Bruckner neuerlich zum Chormeister gewählt, und zwar einstimmig in einer Vollversammlung, die auch Richard Wagner zum Ehrenmitglied ernannte. Aus Dank und in Anerkennung des künstlerischen Wirkens Bruckners überließ Wagner dem „Frohsinn“ den Schlusschor aus den „Meistersingern von Nürnberg“ zur Uraufführung, die zum glänzendsten Konzert unter der Leitung Bruckners am 4.4.1868 im Linzer Redoutensaal führte, 11 Wochen vor der Uraufführung des ganzen Musikdramas in München. Im Herbst 1868 musste sich der Meister endgültig vom Verein trennen, um in Wien seine neuen Stellungen als Professor am Konservatorium sowie Organist der k.k. Hofkapelle antreten zu können. Der „Frohsinn“ ernannte ihn aber zum Ehrenmitglied. Ein letztes Mal leitete Bruckner die Männerchöre des „Frohsinns“ und des „Sängerbundes“ bei einem Gedenkkonzert am 28.10.1877 in St. Florian. Zur Beisetzung Bruckners in St. Florian sangen am 15.10.1896 alle „Frohsinn“-Mitglieder den Chor „Wie selig sind die Toten“ von Felix  Mendelssohn-Bartholdy.

Bruckner hat in seiner Zeit als Chormeister des Vereins mehrere große Konzerte in  Linz, aber auch außerhalb in Krems und Nürnberg, sehr erfolgreich geleitet, dem Verein ck. 12 Chorkompositionen gewidmet und an den Reisen und Geselligkeiten, die damals über das heute übliche Ausmaß weit hinausgingen, regen Anteil genommen. Zusammenfassend können wir also mit Stolz auf die innige Verbindung des großen Komponisten, geselligen Dirigenten und Sängers Anton Bruckner mit dem „Frohsinn“ zurückblicken, die einen ganz wesentlichen Abschnitt unserer Vereinsgeschichte darstellt.

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